| Wir werden auf dem Boot die ganze Zeit von einer Kamerafrau begleitet werden die alles auf Band festhält.
Dann ist es endlich so weit und wir fahren mit dem Bus runter zum Hafen und steigen auf das Boot. Wir stürmen aufs Oberdeck und nehmen auf der Sitzbank vorm Kapitän platz. Während wir den Hafen verlassen und das Boot richtig Fahrt aufgenommen hat, müssen wir uns richtig festhalten damit wir nicht von Bord fallen. Das Wetter ist leider nicht so schön. Der Himmel ist bedeckt und es ist für unser Empfinden auch ziemlich kalt. Deshalb haben wir auch einen ganz schönen Wellengang. Auf der Fahrt haben wir aber noch richtig Spaß und freuen uns wie das Boot durch die Wellen saust. Nach ca. 45 Minuten haben wir den Ort, an dem sich die Weißen Haie aufhalten sollen erreicht. Wir befinden uns nicht auf offener See, sondern ziemlich nah an einem verlassenen Strand. Hier liegen auch schon einige andere Boote vor Anker und ab und an hört man mal ein "Ahhhhhh" oder "Ohhhhh".
Nach dem der Anker gesetzt ist, erhalten wir von unserem Bootbegleiter eine Einweisung wie man sich an Bord und im Käfig zu verhalten hat. Die Crew beginnt mit den Vorbereitungen. Der Käfig wird ins Wasser gelassen und man beginnt Köder ins Wasser zu geben. Ein alter, stinkender Fischsud läuft ständig aus zwei Tonnen ins Wasser. Zusätzlich werden große Fischköpfe an Seilen ins Wasser gehalten und bewegt. Nach ca. 5 Minuten stillstand auf hoher See beginnt dann unser persönliches See-Drama. Ariane, die ja von Anfang an wusste, dass sie Seekrank ist, liegt flach. Dann fängt es bei Nicole und mir an, und sogar Sven geht es total dreckig. Wir liegen alle oben auf dem Oberdeck und versuchen uns zu konzentrieren um uns nicht übergeben zu müssen. Dann taucht der erste Weiße Hai auf und umkreist das Boot. Die ersten tauchen schon im Käfig unter und wir haben noch nicht einmal unsere Tauchanzüge. Nicole, Sven und ich raffen uns dann auf, klettern runter um uns im inneren des Bootes die Tauchanzüge abzuholen. Hier unten in der Kajüte steht das ganze Essen und die Getränke die auf diesem Ausflug eigentlich inklusive sind, aber nach essen ist uns absolut nicht zu mute. Mit dem Anzug klettern wir dann wieder auf Oberdeck und beginnen langsam, ganz langsam mit dem umziehen. Immer wieder tauchen Hai auf und umkreisen das Boot. Sven ist etwas enttäuscht, er hatte sich die Weißen Haie etwas größere vorgestellt. Der größte den wir gesehen haben, war ca. 3 Meter lang. Auch vom Käfig ist Sven enttäuscht. Bei diesem Ausflug handelt es sich um eine Tauchtechnik bei der jeder, mit oder ohne Tauchschein in den Käfig darf. Der Käfig wird von Bord gelassen, geht aber nicht vollständig unter Wasser. Im Käfig befinden sich gleichzeitig 6 Personen die hintereinander im Käfig stehen, mit dem Kopf bleibt man über Wasser. Jeder erhält eine Taucherbrille und wenn dann ein Hai in Sicht kommt wird das Kommando "Shark on the left/right" gebrüllt und man taucht mit angehaltener Luft ab. Jeder darf so lange im Käfig bleiben bis er einen Hai gesehen hat, dann sind die nächsten dran. Sven ist der erste von uns der sich in den Käfig traut. Er hat auch das große Glück zwei Haie hautnah zu sehen. Dann steigt Nicole in den Käfig und als Sven raus rausklettert ich seine Taucherbrille und klettere hinter Nicole in den Käfig. Das Eintauchen in das Wasser war wie ein Schock, der Atlantik hat heute nur 16°C und es ist bitter kalt, die Sonne scheint ja auch nicht. An ein Abtauchen mit dem Kopf will ich gar nicht erst denken. Ich mache dann aber doch einen kleinen Test und tauche ab, tausende von kleinen Fischen schwimmen von den Ködern angelockt in und außerhalb des Käfigs. Die ersten Minuten im Käfig geht es mir besser, die Übelkeit ist weg, aber leider hält es nicht lange an. Nach 15 Minuten ist mir wieder so schlecht, dass ich den Käfig schnell verlasse, leider ohne einen Hai gesehen zu haben. Gerade in den 20 Minuten in denen Nicole und ich im Käfig waren ließ sich keiner in der Nähe des Bootes blicken. Nicole folgt mir auch kurze Zeit später, nachdem sie den Fischköder der von der linken auf die rechte Seite geschmissen wurde vor den Kopf bekommen hatte aus dem Käfig. So schnell wie möglich ziehen wir die Taucheranzüge aus und legen uns nach einem Tip der Crew aufs Vorderdeck und schauen in den Himmel. Hier ist es wirklich besser, die Übelkeit lässt nach solang man sich nicht bewegt. Nicole, Sven und ich kauern also den Rest der Zeit auf dem Vorderdeck und hoffen das bald keine Ausrufe "Shark on the left, Shark on the right" erklingen und wir wieder zurück fahren. Ariane hält sich tapfer, liegend auf dem Oberdeck kämpft sie sich jedes Mal hoch sobald ein Hai auftaucht und filmt mit der Videokamera die Haie, die versuchen den Fischkopf zu schnappen. Sie, die Einzige, die schon vor dem Ausflug wusste, dass sie Seekrank werden würde, ist die tapferste. Ohne sie hätten wir gar kein Filmmaterial und nur unsere Erinnerungen an unser Shark-Cage-Diving in South Africa. Ein einzigartiger Anblick ist es schon, aus so kurzer Entfernung zu beobachten, wie ein Weißer Hai seinem Jagttrieb freien lauf lässt und mit purer Gewalt und Aggression versucht den Fischkopf zu fangen. Mit voller wucht knallen die Haie öfters vor das Boot, zeigen ihr weit geöffnetes Maul und die vielen spitzen Zähne, zwischen denen sich noch die Reste der vorigen Mahlzeit befinden, und man sieht die Mordlust in ihren kleinen, schwarzen Knopfaugen. Ein Erlebnis das man trotz Übelkeit nie wieder vergisst. Uns ging es so schlecht, dass wir kein einziges Foto von einem Hai haben, diese 4 Bilder sind die einzigen von dem gesamten Ausflug und das soll schon was heißen. Irgendwann, stunden später packt die Crew endlich zusammen, hisst den Anker und wir fahren wieder Richtung Hafen in Gansbaii zurück. Endlich! Das Schiff ist noch keine 5 Minuten unterwegs, da ist bei uns allen die Übelkeit verflogen, ganz toll! Nach 45 Minuten erreichen wir den Hafen von Gansbaii. Hier steht schon die nächste Ladung für den Nachmittagsausflug bereit. Es ist ein fliegender Wechsel, wir runter vom Boot die nächsten drauf. Wenn die wüßten was jetzt vor ihnen liegt. Wir sind auf jeden Fall alle froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Mit einem Bus werden wir wieder zurück zum Standort des Unternehmens gebracht. Hier gibt es jetzt zur Stärkung ein Mittagessen was aus Spaghetti Bolognese besteht und etwas zu trinken. Während des Essens können wir uns den Film anschauen, den die Kamerafrau von unserem Ausflug auf dem Boot gedreht hat. Natürlich kaufen wir uns auch einen Film. Leider gibt es irgendwie gerade Probleme mit dem Computer und der Film kann nicht vervielfältigt werden. Da wir keinen festen Standort in South Africa haben und jeden Tag an einem anderen Ort sind, bezahlen wir den Film (40 €) vor Ort und man verspricht uns ihn nach Deutschland zu schicken. Vorweggenommen, der Film kommt auch wirklich 3 Wochen nach unserer Rückkehr in Deutschland an. Wir werden dann mit dem Bus zurück nach Hermanus gebracht, wo wir um 14:00 Uhr ankommen. |