Las Vegas


1995 überstieg die Einwohnerzahl des Großraums (Clark County) zum ersten Mal die 1-Mio-Grenze, und es ist jetzt schon abzusehen, dass sich diese Zahl sogar verdoppeln wird. Damit stellt Las Vegas das weitaus größte Ballungszentrum von Nevada dar und hat schon längst die offizielle Hauptstadt Carson (ca. 300.000 Einwohner) überflügelt.
Dabei begann die Geschichte der "Fun City" ganz unspektakulär und mehr oder wenig zufällig:
Etwa 100 Meilen nördlich der heutigen Stadt geriet im Jahre 1829 eine 60-Mann-Karawane, die auf dem Spanish Trail von New Mexico nach Los Angeles unterwegs war, in Wassernot. Erst nach tagelangem Ritt fanden die ausgesandten Kundschafter Wasser; und zwar die heute als Las Vegas Springs bekannte artesischen Quellen. Doch weder diese noch die zweite Expedition fünfzehn Jahre später brachte dauerhaft Menschen in die Wüste Nevadas, sondern erst die Mormonen. Sie kamen, um die Postroute zwischen Los Angeles und Salt Lake City zu sichern. Als schließlich die Eisenbahn gebaut wurde, nutzten die Unternehmen Las Vegas als Basisstation. Hier entstand 1904 im Bereich des heutigen Downtown eine Zeltstadt für die Arbeiter, die ersten Saloons, primitive Spielhöllen und Bordelle. Die Stadt wurde ins offizielle Register eingetragen. Im Bahnhof richtete man ein Casinohotel ein, und immer mehr Reisende planten hier einen Aufenthalt ein, bevor sie, meist um viel Geld erleichtert, mit dem nächsten Zug weiterfuhren.
1941 setzte der große Boom ein, als mit dem (inzwischen längst abgerissenen) Casinohotel El Rancho Las Vegas der Startschuß für eine ungeheure Bautätigkeit gegeben wurde. Fünf Jahre später eröffnete das Flamingo seine Pforten, das sich von den anderen Hotels dadurch unterschied, dass es weitab der Downtown sozusagen in der Wüste lag: Der Strip war geboren.
Der Bauherr des Flamingo war der legendäre Gangsterboss Bugsy Siegel, und wie er stammten auch viele andere Geldgeber aus Mafia-Kreisen. In den 1950er Jahren liest sich die Liste der Hotelbesitzer-Urkunden wie eine Verbrecherkartei.
Als im Jahre 1976 in Atlantic City der Spielbetrieb legalisiert wurde und auch andere Städte wie Reno ihre Casinos aufbauten, mußte sich Las Vegas wegen seines Standortnachteils etwas einfallen lassen. Deshalb wurde der bloße Hotel- und Casinobetrieb mit Themen Parks, Entertainment, Weltklasse Shows und einer atemberaubenden Architektur zu einer exklusiven Erlebniswelt umgewandelt.
Immer neue Mammutpaläste schießen aus dem Boden, und der Strip ist auf eine Länge von rund 5 Meilen zugebaut. Inzwischen findet man in Las Vegas 13 der 15 größten Hotels der Welt!


Der Las Vegas Boulevard (The Strip):
Entlang des Strips wurde in und um Hotels eine künstliche Welt geschaffen, für die man in europäischen Vergnügungsparks einen hohen Eintritt bezahlen müsste.

Stratosphere Tower
Der 1996 eingeweihte, 350 m hohe Vergnügungsturm, dessen Baukosten mehr als 1/2 Mrd US$ betrug, ist nicht wegen des Casinos oder wegen des riesigen First-Class-Hotels interessant, bei seiner Einweihung gehörte vielmehr die ganze Aufmerksamkeit dem Turm selber, der in letzter Minute so hoch gebaut wurde, dass er als höchster frei stehender Aussichtsturm Amerikas selbst den Eiffelturm übertraf. In seiner nach oben verbreiterten Spitze neigen sich die Fensterscheiben im 60°-Winkel nach außen und stellt alle vor eine harte Mutprobe, die sich der verglasten Front zu sehr nähern. Auf der Aussichtsterrasse und über der ersten Plattform in 280 m Höhe windet sich eine Achterbahn "High Roller", die sich dreimal um die Kuppel herumwindet. Noch ein Stockwerk höher kann man auf einem Space Shot-Thrill Ride zusammen mit 16 Sitzen in drei Sekunden 50 m hoch bis zum Ende des Stahlmastes geschossen werden, hinab geht es 40 Meter im freien Fall!

The Venetian
Das Thema dieser im Jahre 2000 fertiggestellten 36-stöckigen Luxusherberge ist eine altehrwürdige europäische Stadt mit ihren Wahrzeichen, nämlich Venedig. Ob Dogen-Palast oder Rialto-Brücke, ob Markusplatz oder Canale Grande - alles wurde ziemlich perfekt nachempfunden und in die Wüste Nevada verpflanzt, zum großen Teil im Originalmaßstab. Über allem spannt sich ein künstlicher Himmel, Statuen, Wand- sowie Deckengemälde künden von Protz und Prunk. Auch auf eine romantische Kanalfahrt mit venezianischen Gondoliere braucht man nicht zu verzichten. Die Ausstattung der 3.036 Suiten (darunter die angeblich größte und teuerste der Welt) ist vom Feinsten.

Treasure Island
Vor dem Schatzinsel-Hotel drängen sich allabendlich die Zuschauer, um die Seeschlacht in der Buccaneer Bay zu verfolgen, in deren Verlauf das Piratenschiff Hispaniola die britische Fregatte Royal Britannia versenkt. Die mit viel Kanonendonner und Explosionen aufwartende Show, bei der rund 80 Schauspieler mitwirken findet im 1 1/2 Stundenabstand statt.

Mirage
Das 1989 eröffnete Mirage lockt nach Einbruch der Dunkelheit mit der Eruption eines 16 m hohen künstlichen Vulkans (alle 30 Minuten). Daneben steht man staunend vor einem Wasserfall von solchen Dimensionen, dass er auch als Attraktion zu gelten hätte, wenn er von der Natur kreiert worden wäre. Das Mirage war bekannt für die Dressur- und Zaubershow der deutschstämmigen Siegfried & Roy. Nicht weniger als 33 der sehr seltenen weißen Tiger, die aus dem Himalaya stammen und 7 weißen Löwen aus Südafrika gehörten zur Show, dass ist fast die Hälfte aller überhaupt noch lebende Exemplare dieser vor dem Aussterben stehender Rasse! Die Show wurde leider nach einem für Roy lebensgefährlichen Tigerbiss, am 03. Oktober 2003, eingestellt. Im Casino selbst kann man im Riesentank des Dolphin Habitat mehrere Delfine erleben.

Caesar's Palace
Säulen mit vergoldeten Statuen, Springbrunnen und Arkadengängen kündigen eines der bekanntesten Hotelcasinos der Welt an. Die erste amerikanisch-verkitschte Version eines römischen Palastes wurde bereits 1966 eröffnet, aber das Unternehmen hat es verstanden durch regelmäßige Investitionen völlig up-to-date zu bleiben und dem Kernbau stets neue Sensationen hinzuzufügen. Im gigantischen Kuppelbau des Omnimax Theatre können sie sich auf einer Großleinwand einen 70-mm-Film anschauen.

Bellagio
Das 1998 eröffnete Haus ist architektonisch wenig spektakulär, doch zählt es wegen der Eleganz der 3.005 Zimmer und Suiten zur Spitze der Hotels in Las Vegas. Schauen sie sich nur einmal die luxuriöse Empfangshalle an. Die Außenanlage mit ihren Fontänen und Gärten im klassischen Stil sind der Landschaft am Comer See nachempfunden.

Paris
1998-99 entstand für 500 Mio-Dollar dieses Ressort mit 2.814 Zimmern und Kopien der wichtigsten Bauten und Plätze der Seine-Metropole. Nicht das 33-stöckige Haupthaus ist hier der Clou, sondern die nachgestellten Pariser Bauten und Ansichten wie z. B. Triumphbogen, Louvre, Rathaus und Pariser Oper. Und natürlich darf auch der Eiffelturm nicht fehlen - zwar nur halb so hoch wie das Original, doch auch er bietet eine atemberaubende Aussicht.

Monte Carlo
Das 32-stöckige Monte Carlo, dessen Fassade dem Place du Casino in Monte Carlo nachgebildet ist, gehört zu den neusten und teuersten Hotels der Stadt.

New York
Das recht neue New York stellt eine richtige kleine Stadt dar, die aus der Nachbildung von 12 New Yorker Wolkenkratzer (einschl. dem Chrysler Building und einem 160 m hohen Empire State Building) sowie der Freiheitsstatue und der Brooklyn Bridge besteht. Die gesamte Anlage kann in halsbrecherischer Fahrt mit einer Achterbahn erlebt werden.

MGM Grand
Das größte Hotel der Welt - ein smaragdgrüner Riesenpalast, in dessen Hinterhof sich der 134.000 m² große Vergnügungsbereich, der MGM Themen Park ausbreitet. Unmittelbar an das MGM Grand schließt sich das riesen Einkaufs- und Vergnügungscenter the Showcase an, hinter dem United Artists und Coca -Cola als Geldgeber stecken. Allein die gigantische Coca-Cola-Flasche und der vier Stockwerke hohe Schriftzug des Unternehmens ist den Besuch wert.

Excalibur
Das Excalibur will einen an das europäische Mittelalter erinnern - so wie man es sich in Nevada wohl vorstellt! Ein kunterbuntes Ensemble von Türmen, Mauern und Schlossräumen, hinter dem die vier Hoteltürme jeweils 28 Stockwerke hoch in den Himmel ragen.

Luxor
Dieses auffällige Gebäude steht einerseits in der Nähe des Flughafens und andererseits ganz im Zeichen des alten Ägyptens. Hinter einem Obelisken und einer Sphinx - beide größer als in Gizeh - ragt eine schwarz glänzende Riesenpyramide auf, die 1992-93 in nur 20 Monaten in die Wüste gesetzt wurde und ca. 2.500 Zimmer beherbergt. Allein im 100 m hohen Atrium dieses Wunderwerks hätten neun Jumbo-Jets-Platz. Das Erdgeschoß beherbergt ein ganz und gar unägyptisches Spielcasino, das den Besuch jedoch allein schon wegen des Blicks nach oben lohnt. Die Gruft von Tut-ench-Amun wurde originalgetreu nachgestellt, so wie Howard Carter sie 1922 entdeckt hatte. 1997 kam eine 240-Mio-Dollar-Erweiterung mit fast 2000, in zwei Stufenpyramiden untergebrachten Hotelzimmern hinzu.

Mandalay Bay
Das 1998 eröffnete 3.300-Zimmer-Hotel verfügt über eine Wasserlandschaft zu der neben 3 Pools auch eine Bucht mit künstlichem Sandstrand und über 1 1/2 m hohen Wellen gehört.


Attraktionen abseits des Strips
Wirkliche Sehenswürdigkeiten abseits von Downtown oder des Strips sind äußerst rar, am eindrucksvollsten sind auch hier riesige Casinohotels. Schöne historische Gebäude sucht man vergebens.


Der Strip



Treasure Island



Hotel Mirage



Caesar's Palace



Hotel Paris


Hotel Monte Carlo


New York



MGM Grand



Hotel Luxor




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