Bryce Canyon Nationalpark


   
Eintritt: $20
Internet: www.nps.gov/brca/index.htm
   
   
   

Der Bryce Canyon ist eine der größten natürlichen Sehenswürdigkeiten Nordamerikas. Auch wenn sein Name falsch ist: Es handelt sich nämlich um gar keinen Canyon, sondern um ein Amphitheater bzw. um eine Ansammlung natürlicher, halbbogenförmiger Aushölungen in einem Steilhang. Im Laufe der Jahrmillionen haben Regen, Eis, Schnee und sehr viel Zeit dieses Riesenkunstwerk geschaffen.

Das Grundmaterial des Nationalparks sind Sedimentschichten, die sich im Dinosaurier-Zeitalter gebildet haben. Vor etwa 60 Mio Jahren bedeckte ein großer See den Südwesten Utahs. Im Lauf der Zeit lagerten sich an seinem Grund Kies, Sand und Kalkschlamm ab, die unter dem enormen Druck zu einer 600 m dicken Schicht festen Gesteins zusammengebracht wurden. Typisch für diese Felsen sind die leuchtenden Farben, die durch Mineralien zustande kommen. Mindestens 60 unterschiedliche Tönungen von Rot, Rosa und ihren Nuancen hat man gezählt.

Vor etwa 13 Mio Jahren setzten massive tektonische Bewegungen ein, die das Land in mehreren Schüben in eine Schräglage brachten. Bis über 3000 m wurde damals die Formation aufgetürmt, und durch die Spannung, die durch die Hebung im Boden entstand, zerriß die Erdkruste und klaffte in gigantischen Blöcken auseinander.

Charakteristisch für sie sind die Tausenden von turmhohen Kalksteinskulpturen, sogenannte Hoodoos, die als monumentale Einzelsäulen zu bizarren Figuren erstarrt sind. Die Verwitterung arbeitet hier so schnell, dass sich nie eine dicke Erdschicht bilden kann. Und an den steilen Abhängen haben es selbst Kletterpflanzen schwer, sich festzuhalten.

Der Bryce Canyon verändert sich immer noch. Man kann sogar sagen, dass jeder Besucher den Park anders verlässt, als er ihn vorgefunden hat, natürlich ohne es zu bemerken! Aber jedes Gewitter, jeder Regen, jeder Schneefall und jeder Frost nagt und hebelt am Gestein, trägt Felsbrocken ab und verändert das Landschaftsprofil. Man hat ausgerechnet, dass der Canyon alle 65 Jahre am Rand um mehr als 30 Zentimeter zurückweicht.

Seinen Namen hat der Nationalpark von einem der ersten weißen Siedler in dieser Gegend, dem Mormonen Ebeneezer Bryce.

Der Bryce Canyon seit 1923 als National Monument und seit 1928 als National Park geschützt, ist im Vergleich zu den anderen Nationalparks von eher bescheidenen Dimensionen. Er umfasst 146 km² und dehnt sich in der Länge nur etwa 30 km aus.
Die erste Bekanntschaft geschieht normalerweise durch ein Abfahren der 56 km langen asphaltierten Straße am oberen Rand des Plateaus, die von 13 Aussichtspunkten an strategischen Stellen dem Besucher das gesamte Panorama darbietet. Mit sehr wenig Zeit wären diese Aussichtspunkte das Minimalprogramm, für das man insgesamt (Hin- und Rückfahrt, kurze Fotostops) etwa zwei Stunden benötigt.

Ein Besuch lohnt sich das ganze Jahr über. Im Hochsommer kann es richtiggehend heiß werden, außerdem ist dann der Besucherandrang am größten.
Im Winter verzaubert der Nationalpark mit einem weißen Schleier, bei dem das Rot des Felsens eine kontrastreiche Verbindung eingeht. Eine dünne Schneeschicht kann noch bis weit in den April hinein die Bergspitzen bedecken.
Am schönsten ist es im Frühjahr und im Herbst.








 
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