Fahrtzeit  
Entfernung Singapur
Hotel Rendezvous Hotel







Freitag, 12.11.2004

Nach dem langen Tag gestern, von dem wir uns durch die abendliche Tour relativ spät und ziemlich müde ins Bett verabschiedet haben, nutzen wir den noch nicht durchgeplanten letzten vollen Urlaubstag erst einmal zum ausschlafen und zu einem guten ausgiebigen Frühstück und beschließen, den Tagesablauf nicht genau zu planen, sondern ein bisschen auf uns zu kommen zu lassen. Auf jeden Fall wollen wir aber eine Bootsfahrt machen, die Shopping-Malls in der Orchard Road besuchen und am Abend indisch essen gehen.

Wir starten zu Fuß vom Hotel aus wieder in Richtung Suntec und sehen uns auf dem Weg das Raffles Hotel und seine Innenhöfe an. Hier würde man schon gerne mal absteigen und sich in dem wundervollen, kolonialen Ambiente dem Luxusleben hingeben, das wir uns nicht leisten können. Eigentlich sollte man sich ja wenigstens einen Besuch in der klassischen Bar des Raffles gönnen, in der der berühmte Singapore-Sling-Cocktail kreiert wurde - aber dafür ist es jetzt noch entschieden zu früh; so ein schöner Cocktail am Vormittag würde sicher zu einem stark abgespeckten restlichen Tagesprogramm führen.
Also beenden wir schnell unsere Jet-Set-Träume und begeben uns aus der ruhigen, relaxten Atmosphäre des Raffles wieder in die schwüle Hitze der Singapurer Straßen und setzen unseren Fußmarsch fort.

Schon etwas angeschwitzt kommen wir in Suntec-City an und schlendern eine Weile durch die klimatisierten Shop-Arkaden, besichtigen endlich mal wieder einen adidas-Laden, informieren uns über die ipod-Preise in ein paar Elektronikgeschäften, essen und trinken etwas, checken unsere email-Postfächer und reservieren per Internet bei Singapore Airlines die Plätze für den morgigen Rückflug.

Erfrischt und gestärkt machen wir uns dann wieder auf den Fußweg zum
Merlion-Park an der Mündung des Singapore-Rivers, wo wir die Anlagestellen für Ausflugs-Boote vermuten und auch finden. Die Bootstouren auf dem Fluß beginnen alle paar Minuten und mangels genauerer Vorstellungen besteigen wir das erstbeste Boot für eine knapp einstündige Fahrt. Die Boote sind alle aus Holz gebaut und wohl alten chinesischen Kähnen nachempfunden; sie wirken sehr bullig und schwer und bieten für die äußere Größe nur relativ wenigen Passagieren Platz. Zunächst macht das Boot einen kleinen Bogen durch die Bay, wo es ziemlich schaukelt und spritzt bis wir dann in das ruhigere Fahrwasser des Singapore Rivers einbiegen und langsam flußaufwärts fahren. Das Ufer ist auf beiden Seiten dicht bebaut; auf der linken Seite fahren wir zunächst an der Rückseite des Fullerton Hotels entlang, dann stehen die riesigen Wolkenkratzer des Financial District bis direkt am Wasser bis die Bebauung dann wieder älter, flacher und offener wird. Teilweise gibt es Uferpromenaden mit etwas Grün, dann wieder historische Gebäude wie das Asian Civilisation Museum zu sehen. Früher wurde wohl ein Großteil des Güterverkehrs über den Fluß abgewickelt; wir fahren an mehreren Kai-Anlagen mit dahinter liegenden ehemaligen Lagerhallen vorbei - all diese Anlagen sind nicht mehr in Betrieb, jetzt befinden sich dort Bars, Café, Clubs, Restaurants und kleine touristische Geschäfte wie in Clark Quai, Riverwalk Gallery und Riverside Point - in diesen Bereichen ist der Schwerpunkt des Singapurer Nachtlebens zu finden und es wirkt überall sehr einladend. Man kann in alten Fabrikhallen, auf den alten Kaimauern oder an Bord von alten Frachtkähnen sitzen und essen und trinken - jetzt am frühen Nachmittag ist es allerdings noch relativ ruhig hier, abends soll es aber überall gerammelt voll sein, was wir leider nicht mehr selbst erkunden konnten. Dafür, dass dieser Fluß ja nur relativ kurz sein kann, ist er sehr breit, was dafür spricht, dass er nicht mehr seine natürliche Form hat, sondern dass er hier im Stadtbereich so angelegt wurde, um einen Schiffsverkehr bis in die Stadt hinein zu ermöglichen. Nach etwa einer guten halben Stunde dreht das Boot dann um und kehrt zum Ausgangspunkt in der Bucht zurück.

Nach der Tour auf dem Wasser wollen wir noch mal die Hippotour-Busse zu einem Abstecher in den Botanischen Garten nutzen und laufen über die Fullerton Bridge zur nächsten Haltestelle des "gelben" Busses an der Raffles Statue. Es dauert ein bisschen bis der Bus kommt und als wir dann gerade eingestiegen sind und uns einen Platz auf dem offenen Oberdeck suchen wollen, fängt es schlagartig an, sehr kräftig zu regnen.
An Aktionen im Freien ist momentan nicht zu denken und so fahren wir einfach weiter bis es aufhört zu regnen, was nicht sehr lange dauert, aber nun sind wir schon am Botanischen Garten vorbei. Also steigen wir erst an der Orchard Road, dem Zentrum der Shopping-Malls aus; hier trennen wir uns wegen unterschiedlicher Shopping-Interessen und bummeln jeder für sich für knapp zwei Stunden durch die unübersehbare Anzahl von Shops.
Silvia erkundet einen Esprit-Shop nach dem anderen, wo alles etwa die Hälfte billiger ist als bei uns! Dabei übersieht sie den riesigen S'Oliver-Store in der gigantischen Takashimaya-Mall, wo Klaus war, dafür sieht sie aber einen Hund mit gelben Schuhen!

Wie schon erwähnt, gibt es hier an der Orchard Road ca. 25 - 30 Shopping Malls mit sicher einigen tausend einzelnen Shops; die Malls sind teilweise extrem prunkvoll und teuer ausgestattet und es finden sich alle bekannten Marken von preiswert bis unbezahlbar. Einige Malls sind brachenorientiert und hier findet man z.B. nur Geschäfte für Elektronik, HiFi, CD's usw. Es gibt auch Malls, die mehr auf jüngere Kunden ausgerichtet sind mit besonders ausgeflipptem Design, wie z.B. Toiletten mit graffitti-ähnlichen Mosaiken, und entsprechenden Geschäften. Apropos Toiletten - eine sehr angenehme Erscheinung fast überall in Singapur ist, dass man in jeder Mall und jedem öffentlichen Gebäude kostenlose, sehr gut gepflegte Toiletten findet, so dass man nirgendwo in entsprechende Verlegenheiten kommt.

Nach einem interessanten und kurzweiligen, aber mit etwa zwei Stunden viel zu kurzen Bummel über nur einen kleinen Teil der Orchard Road treffen wir uns an einem Straßencafe wieder, wo wir einem preiswerten, aber wundervollen Toblerone-Eisbecher nicht widerstehen können. Fix und fertig schleifen wir uns mit letzter Kraft ins Hotel zum ausruhen.
Dabei stellt sich zu Klaus' Überraschung heraus, dass Silvia ein besonderer Fan von Fernsehübertragungen jeglicher Beerdigungsfeierlichkeiten ist. Da kommt ihr sehr gelegen, dass wir beim Ausruhen die Live-Übertragung der Arafat-Trauerfeiern anschauen können. Körperlich und geistig gestärkt machen wir uns gegen Abend wieder zu Fuß auf den Weg nach Little India.

Bis auf ein paar schon weniger luxusorientierte Shopping-Malls am Rande des Viertels findet das Geschäftsleben in Little India nicht in glänzenden und glitzernden Passagen oder Hochhäusern, sondern in und vor kleinen Läden an der Hauptstraße bzw. in relativ schmalen Seitensträßchen statt. Man fühlt sich schon wirklich in eine indische Stadt versetzt, wenn man sich hier auf den schmalen Bürgersteigen zwischen den Verkaufsständen vor den Geschäften und den anderen Passanten hindurchschlängelt.
Es gibt viele Indientypische Lebensmittelläden; Schmuck-, Pari- und Kalotten-
Geschäfte, kleine Restaurants, aber auch indische Imbisse im Fast-Food-Ketten-Design. Wir lassen uns eine Weile durch die Straßen treiben, schauen mal hier und mal dort in ein Geschäft und durchstreifen so vielleicht die Hälfte des Viertels bis wir ein kleines Restaurant finden, für das wir uns zum späteren Abendessen entscheiden. Wir kaufen dann noch ein paar Gewürze zum Mitnehmen und finden einen Henna-Tattoo-Stand, wo sich Silvia ein typisches Hand-Tattoo aufmalen läßt.
Das Restaurant entpuppt sich als gute Wahl; ein Familienbetrieb mit freundlicher Bedienung und authentischen, leckeren indischen Gerichten zu überraschend kleinen Preisen.
Zufrieden gesättigt und teilweise auch noch verschönt schlendern wir zurück in Richtung Hotel, machen auf dem Weg noch einen kleinen Abstecher in eine High-Tech-Mall, um vielleicht doch noch ein besonders günstiges Angebot für einen ipod zu finden. Bevor wir uns aber richtig informieren können, setzt der Ladenschluß ein und wir kehren ohne große Schnäppchen ins Hotel zurück.



Singapore-River




Ausflugsboot




Bistro's am Singapore-River




Brücken, Brücken ....




Henna-Tattoo




Sari's in Singapur



Tempel in Little India

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13. Tag